30.09.2022: Interview mit Dr. Mirjana Juranovic zu ihrem Vortrag über das Interkulturelle Zusammenleben in Bosnien und Herzegowina aus Sicht einer bosnischen Kroatin in St. Petrus Canisius FN

Interwiew von Iris Egger, pädagogische Leitung und Geschäftsführung der keb FN, mit Dr. Mirjana Juranovic:

Iris Egger: Frau Dr. Juranovic, Sie haben vor gut einem Jahr nach dem erfolgreichen Abschluss Ihrer Ausbildung als Pastoralreferentin Friedrichshafen verlassen und arbeiten nun als Krankenseelsorgerin in Heilbronn. Was hat sich seither für Sie verändert und wie geht es Ihnen dort?

Dr. Mirjana Juranovic
: Es hat sich vieles in meinem Leben verändert. Zunächst bin ich nicht mehr Ordensschwester und ich lebe zurzeit allein. Nach so vielen Jahren als Schwester im Kloster mit vielen anderen Frauen soll ich jetzt allein mit meinem Leben klarkommen. Aber das gelingt mir ganz gut und ich bin zufrieden. Das wichtigste für mich ist es, dass ich Gott treu geblieben bin. Ich arbeite jetzt in einer großen Klinik als Klinikseelsorgerin. Seitdem ich in Deutschland lebe (2015), war das mein Traumjob und mein Traum geht jetzt seit September 2021 in Erfüllung. Jeden Tag zu den Menschen zu gehen, die auf verschiedene Arten durch ihre Krankheit Gott suchen – so erfüllt sich mein Bild von der Kirche. D.h. ich warte nicht, dass die Menschen zu mir kommen, sondern ich klopfe an ihre Türe.

Iris Egger: Kurz vor Ihrem Abschied kam eine Anfrage aus der Gemeinde für einen Vortrag zu Ihren interkulturellen Erfahrungen in Deutschland wie auch in Ihrem Herkunftsland. Dieser Vortrag wird nun am Freitag, den 30.09., dem Tag des Flüchtlings um 20 Uhr in der Kirche St. Petrus Canisius stattfinden. Können Sie uns schon ein bisschen einen Vorgeschmack geben, worüber Sie sprechen werden und was die Zuhörer erwartet?

Dr. Mirjana Juranovic
: Ich bin froh und dankbar, dass ich etwas über mein Land Bosnien und Herzegowina den Menschen in Friedrichshafen erzählen darf. Ich werde eher allgemein über das Land erzählen. Im Mittelpunkt steht das Thema des „Zusammenlebens“ zwischen verschiedenen Religionen und Kulturen, die in Bosnien und Herzegowina existieren. Wie das Zusammenleben zwischen Kroaten, Serben und Bosniaken nach dem Krieg (1992-1995) aussieht. Wie das Zusammenleben mit ihnen gelingt oder nicht gelingt, werde ich an einigen Beispielen zeigen. Was es für mich bedeutet, als bosnische Kroatin heutzutage in Deutschland zu leben. Sind meine bosnischen Wurzeln ein Hindernis oder ein großer Vorteil für mich?

Iris Egger: Sie schreiben gerade an einem Buch über das Thema. Wie kam es dazu? War dies auch das Thema Ihrer Promotion?

Dr. Mirjana Juranovic:
Das Thema „Zusammenleben“ war für mich immer sehr wichtig, weil ich in einer großen Familie aufgewachsen bin. 25 Jahre lebte ich im Kloster und „übte“ auch dort das Zusammenleben. Darüber habe ich auch in meiner Doktorarbeit geschrieben, in der es um den Wert der Ordensgemeinschaften für Kroatien und Bosnien und Herzegowina ging.
Das Thema meines Buches, das ich noch schreibe, heißt „Vergiss nie die eigenen Wurzeln“. Im Buch schreibe ich unter anderem über die Geschichte meiner Familie, über die kommunistischen Zeiten, über das Schulsystem in Bosnien. Hoffentlich finde ich in den nächsten Monaten noch Zeit, es fertig zu machen.

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