13.10.2019: Die Glut unter der Asche - ehemaliger Abt des Klosters Einsiedeln Pater Martin Werlen zu Gast in Friedrichshafen

Der Titel seines Vortrags lautete: "Zu spät. Eine Provokation für die Kirche. Hoffnung für alle

In der Schweiz füllt er ganze Schwimmbäder: Bewusst wählt er außergewöhnliche Auftrittsorte, um auch nicht-kirchlich sozialisierte Menschen anzutreffen. Denn sein Buch mit dem Titel „Zu spät. Eine Provokation für die Kirche. Hoffnung für alle“ ist vor allem auch für diejenigen, gedacht, die nicht mehr in die Kirche kommen. Deshalb ist er auch begeisterter Bahnfahrer, weil er dort Menschen begegnet, die er in einer Kirche nie treffen würde.

Bild:Nebenbei scherzt er über die Vorteile von Zugverspätungen: „Wenn man zu spät ist, ist man immer noch rechtzeitig“ und kann auch einem verpassten Zug noch etwas Positives abgewinnen: „man ist wieder offen und frei für die Menschen um sich herum und wird kreativ.“ Kreativität, Mut und Vertrauen sprach der ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln Pater Martin Werlin vergangenen Sonntag auf Einladung der katholischen Erwachsenenbildung Bodenseekreis e.V. auch dem Publikum im Haus der kirchlichen Dienste zu.


Bild:Die meisten Erzählungen in der Bibel seien Erzählungen über das „Zu spät“. Kein Wein mehr auf der Hochzeit zu Kanaan, Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers, bekommt doch noch ein Kind, wo sie doch eigentlich schon viel zu alt ist, ein Sturm auf dem See und verzweifelte Freunde, die fragen, warum tust du nichts? Menschen, die umkehren, Schwerstkranke, die Heilung erfahren: dort, wo alles zu spät zu sein scheint, entstehe Raum für das scheinbar Unmögliche. Viele Menschen erwarten von der Kirche keine Hilfe mehr. Doch auch was für Kirchenmenschen unmöglich erscheint, sei bei Gott doch möglich. Warum hast du gezweifelt? „Zu spät“ bedeute auch Freiheit. Heilig sind wir, nicht aus Verdienst, sondern weil Gott uns liebt. Und der Schlüssel für kirchliche Reformen sei in Anlehnung an den Konzilstheologen Ives Congar die Unterscheidung zwischen „Traditionen“ und „Tradition“. Traditionen sind abhängig vom Zeitgeist. Sie sind veränderbar. Die Sprache im Gottesdienst zum Beispiel oder die Aufgabenverteilung ist veränderbar, entscheidend sei, dass die Menschen die Botschaft, den eigentlichen Kern des christlichen Glaubens wieder verstehen und die Glut unter der Asche entfacht werde.

Bild:Text und Fotos:
Iris Egger

Bericht zum Vortrag in der Schwäbischen Zeitung am 18.10.2019:

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